Volkssternwarte Langwedel e.V.

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Schnuppenzeit - die Geminiden kommen

Copyright NASA/JPL
Das Bild zeigt die Geminiden - eine spektakuläre Aufnahme.
Von diesem Sternschnuppenstrom sind besonders helle Leuchterscheinungen zu erwarten.

Das Maximum der Geminiden wird in unseren mitteleuropäischen Breiten am 13. Dezember, bereits mittags gegen 13 Uhr erwartet. Ist also leider nicht zu sehen. Dennoch lohnt es sich, schon in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember Ausschau zu halten. Die hellsten Erscheinungen dürften jedoch in der Nacht zum 14. Dezember auftreten. Es ist bekannt, dass sich das Material, das die Schnuppen verursacht, offenbar mittlerweile nach Masse sortiert hat und die größeren Teilchen erst nach dem Maximum des Schnuppenregens die Erdatmosphäre kreuzen.

Das Schnuppenmaterial stammt vom Asteroiden (3200) Phaethon. Es ist möglich, das Phaethon ein "verbrauchter" Komet ist, der seine besten Zeiten hinter sich hat.

Der scheinbare Ursprung der Geminiden ist das Sternbild Zwillinge.

Merkurtransit am 9. Mai 2016

Am 9. Mai 2916 besuchten uns zahlreiche interessierte Menschen, um mit uns gemeinsam den Transit des Planeten Merkur zu verfolgen. Hierzu hatten wir zwei Teleskope aufgebaut und die Hütte mit dem 16-Zöller Newton-Teleskop geöffnet. Hier einige Bilder:

Andreas Kaczmarek bereitet seinen Gerätepark für den Ansturm der Besucher vor; Kamera am Refraktor und die Webcam am 8"-Newton. Das Bild der Webcam wurde für unsere Besucher auf den Notebook-Monitor übertragen.

Diese Besucherinnen aus Achim interessierten sich besonders für die eingesetzte Technik.

Zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr zählten wir ca. 30 Besucher. Besonders freuten wir uns über einige Spenden, für die wir uns herzlich bedanken.

Diese beiden Bilder entstanden am 8"-Newton-Teleskop um 13:41 Uhr (Bild links) bzw. 17:12 Uhr (Bild oben)bei 1m Brennweite mit der ALCCD5L-IIc.

Ausgewählt für die Bearbeitung wurden die besten Bilder aus einer Sequenz von jeweils 100 Einzelbildern.

Copyright Andreas Kaczmarek

Dennis von unserer AstroKidsgruppe ließ sich den Merkurtransit ebenfalls nicht entgehen.

Ihm gelang es nicht nur, das nicht motorgesteuerte H-Alpha-Teleskop immer wieder neu für unsere Besucher auf die Sonne auszurichten, sondern auch, mit seinem Smartphone den Merkur auf der Sonnenoberfläche zu fotografieren. "Einfach" das Smartphone ans Okular des 8"-Dobson gehalten und mit offenbar viel Feingefühl und ruhiger Hand ausgelöst (linkes Bild).


Besonderes Glück hatte Dennis mit der Smartphone-Kamera an unserem Refraktor der mit einem H-alpha-Filter ausgestattet war. Hier erwischte Dennis sogar zwei Protuberanzen am Sonnenrand (unteres Bild). Der dunkle unscharfe Fleck am linken Bildrand ist der Planet Merkur.

Tagundnachtgleiche am 23. September 2015

Die Tagundnachtgleiche ist ein astronomisches Ereignis, dass sich auf die Bewegung der Erde um Sonne bezieht. An diesem Tag überquert die Sonne den Himmelsäquator. In diesem Jahr genau um 10:21 Uhr MESZ (MittelEuropäischer SommerZeit).Das Ereignis wird auch Äquinoktium gernannt. Kurze Erklärung gefällig?

Nehmen wir einmal an, die Erde würde in der Drehachse bei ihrem Lauf um die Sonne genau gerade stehen während sie sich einmal in 24 Stunden um sich selbst dreht. Dann stünde die Sonne für die Bewohner am Äquator jeden Tag mittags genau senkrecht über ihnen. Dann gäbe es auch keine Jahreszeiten. Die Sonne beschiene am Tag alle Taggebiete der Erde immer im gleichen Winkel. Der Tagbogen der Sonne vom Aufgang im Osten bis zum Untergang im Westen wäre Tag für Tag immer gleich. Wir alle wissen, dass es nicht so ist. Ein Blick auf jeden Tischglobus zeigt es uns: Die Drehachse der Erde ist geneigt. Im Winter ist der Tagbogen der Sonne kürzer und flacher. Da geht die Sonne später auf und früher unter. Die Nächte sind lang und die Tage sind kurz. Das ist deshalb so, weil in den Wintermonaten hier bei uns auf der Nordhalbkugel der Erde die Drehachse der Erde von der Sonne weggeneigt ist. Bezogen auf die Bahn der Erde um die Sonne also nach auswärts. Die Sonne steht also tiefer über dem Horizont. In den Sommermonaten ist es umgekehrt. Da zeigt die Drehachse der Erde bahneinwärts; also zur Sonne hin geneigt. Das dies auf der Südhalbkugel der Erde genau anders herum ist, ist wohl selbstverständlich.

Zwischen den Winter- und Sommermonaten, also in der Frühlings- und in der Herbstzeit, ist die Neigung der Drehachse der Erde irgendwo zwischen "zur Sonne hingeneigt" bzw. "zur Sonne weggeneigt". Wärend dieser Jahreszeiten, Frühling oder Winter, werden die Tage langsam länger beziehungsweise langsam kürzer. Und in diesem Jahr genau am 23. September sind Tag und Nacht gleich lang.

Und wie muss man sich das vorstellen, wenn die Sonnen an diesem Tag den Himmelsäquatorn überschreitet, wie im ersten Absatz beschrieben?
Stellen wir uns die Bahn der Erde um die Sonne als Ebene beziehungsweise Scheibe vor (diese Scheibe nennt sich Ekliptik); im Mittelpunkt steht die Sonne. Und nun stellen wir uns vor, der Äquator der Erde würde in den Himmel projiziert. Das nennen die Astronomen den Himmelsäquator. Blick Richtung Sonne: Der Bogen des Himmelsäquators neigt sich im Sommer (immer bezogen auf die Nordhalbkugel der Erde) unter die Bahnebene bzw. Ekliptik) und im Winter zeigt der Bogen des Himmelsäquators hoch über die Sonne. Und am 23. September zeigt sich der Bogen des Himmelsäquators, von der Sonne aus betrachtet, genau von der Seite. Der Himmelsäquator schneidet die Ekliptik genau um 10:21 Uhr MESZ.

Das war doch wirklich einfach - oder? Na gut, hier noch ein Bild:


Totale Mondfinsternis am 28. September 2015

In den frühen Morgenstunden tritt der Vollmond in den Schatten ein, den die Kugel der Erde in den Weltraum wirft.

Reisen wir doch mal zum Zeitpunkt der totalen Finsternis zum Mond und schauen von dort aus auf die Erde: Hier herrscht jetzt eine totale Sonnenfinsternis. Die Erde verdeckt die Sonne und wird auf ihrer Rückseite von der Sonne beschienen, ist also dunkel, Neuerde sozusagen. Aber die Atmosphäre der Erde leuchtet im Sonnenlicht und liegt wie ein sehr schmaler Ring um den Planeten. Und dieses Licht beleuchtet die Mondoberfläche. Das Licht ist langwellig - liegt also im rötlichen Bereich.

Kommen wir schnell zur Erde zurück und sehen zum gleichen Zeitpunkt, wenn sich der Mond also inmitten des Schattens der Erde befindet, einen wunderschönen roten Mond.

Das ganze Ereignis dauert etwas mehr als fünf Stunden. Hierbei unterscheiden wir verschiedene Phasen des Ablaufs:

Eintritt des Mondes in den Halbschatten wird bereits 2:11 Uhr MESZ sein und etwa eine Stunde später, um 3:07 Uhr, tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein und beginnt sein Farbenspiel. Der rote Mond wird gegen 4:47 Uhr zu sehen sein. Um 7:24 Uhr ist dieses schöne Ereignis vorüber.

Diese Mondfinsternis hat noch ein besonderes Highlight: Der Mond steht der Erde zum Zeitpunkt der Finsternis auf seiner elliptischen Bahn bessonders nahe. Das bedeutet, dass die Scheibe des Mondes ca. 14% größer ist. Ob der Anblick deshalb ein wenig spektakulärer sein wird, bleibt dahingestellt. Größer als sonst wird er uns vor allem auch deshalb erscheinen, weil er sich zum Zeitpunkt des Ereignisses in Horizontnähe aufhält. Eine optische Täuschung, die aber dennoch einen "Wow"-Effekt hervorrufen kann.

Wir wünschen allen Frühaufstehern einen klaren Himmel und einen freien Blick nach Westen.

Hier sind sie nun, die Bilder der Mondfinsternis vom frühen Morgen des 28. Septembers 2015. Aufgenommen in der Volkssternwarte Langwedel von Andreas Kaczmarek und Andreas Vogel.

Hier zunächst die Bilder 1 und 2 von Andreas Kaczmarek mit den genauen Angaben der Entstehung:

Bild 1: Mond noch in der totalen Phase

05:01 Uhr MESZ am 28.09.2015

8s Belichtung bei ISO 400 am 80 mm Refraktor bei einer Brennweite von 480 mm mit einer Canon EOS 50D

© Andreas Kaczmarek

Bild 2: Mond tritt aus dem Kernschatten

05:40 Uhr MESZ am 28.09.2015

2,5s Belichtung bei ISO 400 am 80 mm Refraktor bei einer Brennweite von 480 mm mit einer Canon EOS 50D

© Andreas Kaczmarek

Und hier zwei Bilder von Andreas Vogel:

Bild 3: Mond in der totalen Phase

04:55 Uhr MESZ am 28.09.2015

0,8s Belichtungszeit, ISO 2000 am
4" Fraunhofer Achromat f/10 mit einer
Canon EOS 70D

© Andreas Vogel

Bild 4: Mond tritt aus dem Kernschatten

05:03 Uhr MESZ am 28.09.2015

0,6s Belichtungszeit, ISO 3200 am ebenfalls am 4" Fraunhofer Achromat f/10 mit einer
Canon EOS 70D

© Andreas Vogel

0,6" Belichtungszeit, ISO 3200 ebenfalls am

5:03 Uhr MESZ

Ein unglaubliches Foto (zwar kein Himmelsereignis - aber ein wahrhaft himmliches Ereignis)

Die NASA hat am 17. September 2015 ein in vielerlei Hinsicht faszinierendes Foto der Weltraumsonde New Horizons veröffentlicht. Es entstand am 14. Juli 2015. New Horizons hatte 15 Minuten vor diesem Schnappschuss den Zwergplaneten Pluto in nur 18.000 km Entfernung passiert und dann zurück geschaut. Durch die tiefstehende Sonne treten die Landschaftsstrukturen besonders deutlich hervor: hohe zerklüftete Berge und flache Eisebenen. Und eine zwar extrem dünne, aber hohe Atmosphäre. Mehr Informationen git es hier auf der Website der NASA: http://www.nasa.gov/image-feature/pluto-s-majestic-mountains-frozen-plains-and-foggy-hazes

Die Vielfalt der Oberflächenbeschaffenheit und der vermutlich aktive Stickstoffkreislauf, der möglicherweise auf dem Pluto ähnlich funktioniert wie der Wasserkreislauf auf unserer Erde, überrascht und begeistert die Wissenschaftler. Pluto ist zur Zeit 4,9 Milliarden km von der Erde entfernt. So weit draußen im Sonnensystem hat man eine so hohe und aktive Atmosphäre nicht erwartet. Die Laufzeit der Datensignale beträgt mehr als 4,5 Stunden.

Image credit: NASA/JHUAPL/SwRI