Volkssternwarte Langwedel e.V.

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Aktueller Himmel Seite 3/3

Kleinplaneten
Vier Kleinplaneten werden im ersten Quartal während ihrer Opposition mindestens 10m0 hell und kommen somit in die Reichweite eines Vierzöllers. Den Anfang macht (8) Flora am 2. Januar im Sternbild Zwillinge. Dieser 150 Kilometer große Kleinplanet wurde am 18. Oktober 1847 von Hind in London entdeckt. Benannt wurde sie nach der römischen Göttin der Blüte und des Frühlings.
Am 26. Januar kommt (11) Parthenope im Sternbild Krebs in Opposition zur Sonne. Dieser 140 Kilometer große Kleinplanet wurde am 11. Mai 1850 von de Gasparis in Neapel entdeckt und wurde benannt nach eine der Sirenen der griechischen Mythologie.
(1) Ceres erreicht am 31. Januar ebenfalls im Sternbild Krebs ihre diesjährige Oppositionsstellung. Sie wurde am 1. Januar 1801 von Giuseppe Piazzi in Palermo entdeckt und hat einen Durchmesser von 940 Kilometer. Benannt wurde sie nach der römischen Göttin des Ackerbaus und der Patronin der Insel Sizilien.
(51) Nemausa wird am 26. Februar im Sternbild Sextant ihre Opposition erreichen. Dieser 140 Kilometer große Planetoid wurde am 22. Januar 1858 von Laurent in Nimes entdeckt und wurde benannt nach Nemausus, dem lateinischen Namen für den Entdeckungsort Nimes! Alle wichtigen Daten zur Auffindung der Planetoiden während ihrer Opposition habe ich in Tabelle 1 zusammengestellt.

Tabelle 1: Daten der beschriebenen Kleinplaneten

Kleinplanet

Datum

α

h m

δ

Mag.

Konst.


(1) Ceres

25.01.

30.01.

05.02.

09 18

09 13

09 07

+29°26´

+30°03´

+30°42´

6,9

6,9

6,9


Cnc


(8) Flora

25.12.2017

01.01.

05.01.

07 01

06 53

06 48

+20°21´

+21°02´

+21°25´

8,4

8,2

8,3


Gem

(11) Parthenope

20.01.

25.01.

30.01.

08 41

08 36

08 31

+18°15´

+18°42´

+19°08´

10,2

9,9

10,1


Cnc

(51) Nemausa

20.02.

25.02.

01.03.

10 31

10 27

10 24

+02°23´

+03°15´

+03°58´

10,0

9,8

9,9


Sex

Deep-Sky-Objekte
Für unsere Deep-Sky-Tour benötigen wir wieder einen dunklen, mondlosen Himmel. Diese Zeiten habe ich wieder in Tabelle 2 zusammengestellt.

Tabelle 2: Mondlose Beobachtungszeit

06. bis 21. Januar 04.-19. Februar 05. bis 20. März

Unser erstes Ziel für unseren heutigen Beobachtungsabend finden wir rund 9,5° ostsüdöstlich von α-Ori (Beteigeuze) – dem Hauptstern des Orion. Es ist der offene Sternhaufen NGC 2244 im Sternbild Einhorn. Dieser Sternhaufen wurde am 17. Februar 1690 von John Flamsteed entdeckt und ist 5300 Lichtjahre von uns entfernt. Schon mit den bloßen Augen können wir ihn als lichtschwachen Schimmer schon vom Stadtrand aus erkennen! In meinem 2,5-Zöller konnte ich bei einer Vergrößerung von 26x 14 Mitgliedssterne erkennen, wobei im Zentrum des Haufens ein Sternrechteck hervorsticht.

Außerdem bringt dieser Sternhaufen den bekannten Rosettennebel zum leuchten. Der Rosettennebel, der aus den Teilen NGC 2237, NGC 2238 und NGC 2239 besteht, umschließt hierbei komplett den Sternhaufen NGC 2244 und hat einen Durchmesser von 55 Lichtjahren. Bei einer Masse von 11.000 Sonnenmassen entstehen noch heute neue Sterne in ihm, genauso wie vor 3 Millionen Jahren der Sternhaufen NGC 2244. Schon in meinem 3-Zöller können bei einem dunklen Landhimmel bei einer Vergrößerung von 13xWw+OIII (-Filter) Strukturen im Rosettennebel erkannt werden, wobei er dann relativ hell und groß erscheint. Im Achtzöller können bei V=31xWw+OIII (-Filter) im gesamten Gesichtsfeld Strukturen beobachtet werden, wobei er auch relativ hell erscheint. Die unterschiedlichen Nebelteile wurden 1830 von John Herschel (NGC 2239), 1864  von Albert Marth (NGC 2238) und 1865 von Lewis Swift (NGC 2237) entdeckt.

Für das nächste Objekt schwenken wir unseren Vierzöller 4° südsüdöstlich von γ-Gem bis ζ-Gem. Von dort weitere 3,2° südsüdwestlich bis zum offenen Sternhaufen NGC 2264. Nun nur noch 1,2° südsüdwestlich bis zum Stern R-Monocerotis, wo wir uns beim Ziel befinden. Hier sehen wir bereits mit einem 3-Zöller bei V=23xWw+UHC (-Filter) eine kleine Nebelverdichtung am Ende eines Lichtbandes, das vom Hauptnebel NGC 2264 kommt. Es ist der Reflexionsnebel NGC 2261, der 1783 von Wilhelm Herschel entdeckt wurde. Er ist 6500 Lichtjahre von uns entfernt und „hört“ auch auf den Namen „Hubble´s variabler Nebel“. Im 3-Zöller ist er natürlich nur andeutungsweise zu erkennen, aber schon in einem Achtzöller kann seine kometenartige Gestalt erkannt werden! In einem 17,5-Zöller ist er bei V=227xWw+UHC (-Filter) als helles und deutlich kometenähnliches Objekt zu sehen, welches einen breitgefächerten "Schweif" hat. Der Reflexionsnebel um schließt den Stern R-Monocerotis, der ein veränderlicher Stern mit einer Amplitude von 2m0 ist. Dadurch ändern sich im Laufe der Zeit auch die Beleuchtungsverhältnisse des Nebels, was man auch als Amateur fotografisch dokumentieren kann! Interessanterweise war NGC 2261 auch das erste Objekt, welches am 26. Januar 1949 am 5m Mount Palomar Teleskop fotografiert wurde!

Einen weiteren schönen offenen Sternhaufen finden wir bereits mit einem 10x50 Fernglas auf halber Strecke der Verbindungslinie von α und β-Mon. Es ist der 1711 von Cassini entdeckte Sternhaufen M 50, der 3200 Lichtjahre von uns entfernt ist und einen Durchmesser von etwa 20 Lichtjahren hat. Sein Alter beläuft sich auf rund 78 Millionen Jahre. Im 2,5-Zöller waren bei einer Vergrößerung von 26x etwa 35 Sterne zu erkennen, die relativ hell sind und sich in eine runde Formation gruppieren. Insgesamt gehören dem Sternhaufen 319 Sterne an! Das letzte Objekt dieses Abends finden wir, indem wir unser Teleskop (mindestens Zehnzöller) zunächst 5,4° in nordwestliche Richtung schwenken und so zum 6m0 Stern SAO 134654 kommen. Nur 53´ westsüdwestlich ist auch der 6m0 Stern SAO 134588 zu erkennen. Eine auffällige kleine Konstellation in dieser Gegend. Von SAO 134654 schieben wir das Teleskop nur noch 27´ in nordnordöstliche Richtung und wir sind beim planetarischen Nebel M 3-3, der 1948 von Minkowski entdeckt wurde. Dieser Nebel ist rund 11.800 Lichtjahre von uns entfernt. Mit meinem 16-Zöller ist er bei einer Vergrößerung von 230xWw+OIII (-Filter) bei indirektem Sehen als relativ heller, kleiner, runder und homogener Nebel zu erkennen ist. Bei völliger Adaption ist dieser PN im 17,5-Zöller schon bei V=63xWw+OIII (-Filter) aufblinkend zu sehen. Am besten aber bei V=167xWw+OIII (-Filter) als kleines, rundes und schwaches Objekt bei indirektem Sehen. Es ist homogen und blickweise sichtbar.

 Ich wünsche wieder allen viel Spaß beim Aufsuchen und Beobachten der von mir beschriebenen Objekte und Ereignisse!

Andreas Kaczmarek

Tabelle 3: Daten der beschriebenen Deep-Sky-Objekte im Sternbild Einhorn

Objekt

α

h m

δ

Mag

Dimension

Art*


Konst.

M 50

NGC 2237-39

NGC 2244

NGC 2261

M 3-3

07 03

06 32

06 32

06 39

07 26

-08°20'

+05°03'

+04°52'

+08°44'

-05°22'

5,9

4,8

14,9v

16'

80 x 60'

23'

3,5x1,5'

12,2"

OH

GN

OH

RN

PN


Mon

Ein Klick auf das jeweilige Objekt zeigt die Aufsuchkarte und eine Aufnahme oder Zeichnung des Objekts

*G=Galaxie, GN=Galaktischer Nebel, OH=Offener Sternhaufen, PN=Planetarischer Nebel, KH=Kugelsternhaufen, SNR=Supernovarest
DS=Doppelstern, E=Emissionsnebel, RN=Reflektionsnebel, GG-Galaxiengruppe

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