Volkssternwarte Langwedel e.V.

> Startseite
> Sternwarte heute
> Neue Sternwarte
> Astrofotos
> Aktueller Himmel
> Himmelsereignisse
> Veranstaltungen
> Presseberichte
> Kontakt/Impressum
> Links
Aktueller Himmel Seite 2/3

Das zweite Himmelsquartal 2018
Jupiter & Saturn in Opposition /
Im Juni 3 Planetoiden innerhalb von 5 Tagen in Opposition

Sternenhimmel
Mittlerweile haben sich die meisten Wintersternbilder von der Himmelsbühne verabschiedet. Die Frühlingssternbilder beherrschen das Geschehen. Gleich zu Beginn sieht man hoch im südlichen Meridian den Löwen mit seinem hellen Hauptstern Regulus. Gefolgt wird der Löwe von der Jungfrau mit ihrem Hauptstern Spica. Noch komplett im östlichen Teil des Himmels befindet sich ein weiteres Frühlingssternbild; der Bootes (Bärenhüter) mit seinem hellen Hauptstern Arkturus. Diese drei Hauptsterne bilden zusammen das so genannte Frühlingsdreieck. Zwischen diesen Sternbildern befindet sich unter anderem das unscheinbare Sternbild Haar der Berenice. Hier und in den drei genannten Sternbildern tummeln sich unzählige Galaxien in den Tiefen des Weltalls. Der Große Bär durchläuft mit dem Großen Wagen momentan den Zenit seiner Jahresbahn. Viele weitere kleine und lichtschwache Sternbilder finden wir hier, wie den Drachen und die Giraffe, die wiederum überhäuft sind mit unzähligen und verschiedenen Galaxien. Wir schauen nämlich wieder auf einen Teil des Himmels, wo der Blick ungetrübt durch galaktische Staubwolken und Nebel unserer Milchstraße tief ins Weltall reicht und somit viele andere Welteninseln preisgibt. Es ist sozusagen die Galaxienzeit des Frühlings angebrochen. Am Osthorizont machen sich schon die ersten Vorboten des Sommers bemerkbar. Allen voran das große Sternbild Schlangenträger und das kleine Sternbild Leier mit ihrer hellen Wega.

Sternschnuppenströme
Dieser relativ lichtschwache Sternhimmel wird vom 19. April bis 28. Mai vom Sternschnuppenstrom der Eta-Aquariden verziert, der am 7. Mai mit einer ZHR von 28 Objekten pro Stunde sein Maximum haben wird. Die Teilchen dieses Stroms stammen vom Kometen Halley und werden bereits seit 2000 Jahren beobachtet! Mit einer Eintrittsgeschwindigkeit von 66,8 km/s sind sie sehr schnell unterwegs. Vom 26. Juni bis 30. Juni haben die Juni-Bootiden ihren Auftritt, deren Maximum am 28. Juni mit nur 5 Objekten pro Stunde sein wird. Allerdings kann es auch zu unerwarteten Ausbrüchen kommen, da dieser Strom eine variable Rate hat. 1998 stieg die stündliche Rate zum Beispiel auf 100 Objekte an! Diese Teilchen stammen vom Kometen Pons-Winnecke und ihr Ausstrahlungspunkt liegt im nördlichen Teil des Sternbildes Bootes. Mit einer Eintrittsgeschwindigkeit von 20,2 km/s sind diese Teilchen sehr langsam unterwegs.

Nachtwolken
Mit Beginn des Sommers am 21. Juni wird es in unseren Breiten nicht mehr richtig dunkel und die Sonne steht nur rund 13° unter dem nördlichen Horizont. Dadurch haben wir von Ende Mai bis Ende Juli wieder die Chance Leuchtende Nachtwolken beobachten zu können! Dies sind Anhäufungen von Eiskristallen in Höhen zwischen 80 und 85 Kilometer, die von uns aus gesehen noch von der nicht weit unter dem Horizont stehenden Sonne angeleuchtet werden und so über dem nördlichen Horizont erscheinen können. Eine interessante und sehenswerte Abwechslung zum dann weniger gut beobachtbaren Sternhimmel.

Planeten
Venus baut ihre Abendsichtbarkeit am Westhimmel weiter aus und ist am 17. Juni zu 75% beleuchtet. Ihre Helligkeit steigt im zweiten Quartal von anfangs -3m9 auf -4m1 am Ende des Quartals. Ihr scheinbarer Durchmesser wächst gleichzeitig von 12“ auf 16“.

Der rote Planet Mars setzt Ende Juni zu seiner Oppositionsschleife an und ist dann zu 97% beleuchtet. Anfang Juni leuchtet er noch mit -1m2 und steigert bis Ende Juni seine Helligkeit auf -2m1 – macht also dem gleichzeitig sichtbaren Planeten Jupiter Konkurrenz! Gleichzeitig wächst sein scheinbarer Durchmesser auf 21“. Nun sind also wieder viele interessante Oberflächendetails bei einer Vergrößerung von 100x sichtbar!

Am 9. Mai kommt dann der Gasplanet Jupiter im Sternbild Waage mit einer Helligkeit von -2m5 und einem Äquatordurchmesser von 44,8“ in Opposition zur Sonne. Bei einem Poldurchmesser von nur 41,9“ kann man bereits in einem Vierzöller die auf Grund seiner schnellen Rotation bedingte Abplattung des Planeten erkennen. Am 10. Mai steht Jupiter mit einer Entfernung von 658 Millionen Kilometer in Erdnähe. Funksignale brauchen dann rund 37 Minuten für die Strecke!

Der Ringplanet Saturn wird am 27. Juni mit einer Helligkeit von 0m0 im Sternbild Schütze in Opposition stehen. Auch seine Planetenkugel ist bedingt durch eine schnelle Rotation stark abgeplattet. Sein scheinbarer Äquatordurchmesser misst 18,4“ und sein scheinbarer Poldurchmesser rund 16,8“. Sein Ring hat in diesem Jahr mit 26° noch fast seine maximale Öffnung, wodurch es besonders gut möglich ist auch mit kleinem Instrumentarium die Cassinische Teilung im Ring zu sehen! Der scheinbare Ringlängsdurchmesser beträgt rund 41,7“ und der Querdurchmesser 18,3“. Allein die ungünstige Position im Sternbild Schütze wird es verhindern, dass man den Ringplaneten auf Grund von schlechtem Seeing in unseren Breiten öfter beobachten kann.

Zurück: <<<
Weiter: >>>