Volkssternwarte Langwedel e.V.

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Aktueller Himmel Seite 2/3

Das zweite Himmelsquartal 2017

Merkur in bester Abendsichtbarkeit / Zwei sehenswerte Kometen am Abendhimmel

Sternenhimmel
Nachdem sich nun die Wintersternbilder von der Himmelsbühne verabschiedet haben, beherrschen jetzt wieder die Frühlingssternbilder den Himmel. Hoch im Meridian sehen wir das Frühlingsdreieck, welches aus den Sternen Spica in der Jungfrau, Arkturus im Bootes und Regulus im Löwen gebildet wird. Über dem südlichen Horizont schlängelt sich die Wasserschlange auf deren Rücken sich die unscheinbaren Sternbilder Rabe und Becher befinden. Gerade durchläuft der Große Bär mit dem Großen Wagen den Zenit seiner Bahn. Beste Voraussetzungen also, um wieder weit aus unserer Milchstraße in den tiefen Kosmos zu schauen. Viele schöne Galaxien haben hier ihren Platz, um von uns „entdeckt“ zu werden. Im Osten künden schon die ersten Sommersternbilder von der kommenden Jahreszeit. Allen voran das Sternbild Leier mit der hellen Wega. Aber auch Deneb – der Hauptstern des Schwans – ist bereits deutlich mit seinem Sternbild über dem Horizont sichtbar. Herkules und Schlangenträger sind ebenfalls als Ganzes zu sehen und bei besonders guter Durchsicht können wir auch den Kugelsternhaufen M 13 mit freien Augen im Herkules sehen!

Meteore
Vom 19. April bis 28. Mai wird dieser Sternhimmel von den η-Aquariden verziert, die am 7. Mai mit einer ZHR von 28 Objekten pro Stunde ihr Maximum haben werden. Mit 66,8 km/s handelt es sich bei ihnen um sehr schnelle Objekte, die ihren Ursprung im Halley’schen Kometen haben und deren Radiant nahe des Sterns η im Wassermann haben. Deswegen sind sie auch am besten morgens zu sehen. Dieses Jahr wird ihre Beobachtung allerdings vom fast vollen Mond gestört. Vom 26. bis 30. Juni sind dann die Juni-Bootiden aktiv, die ihr Maximum am 28. Juni mit einer ZHR von 5 Objekten pro Stunde haben werden. Das sind nicht viel, aber es gab wie bei den Leoniden Jahre mit starken Aktivitätsausbrüchen! Deshalb ist es trotz allem lohnenswert auch nach diesen mit 20,3km/s sehr langsamen Objekten Ausschau zu halten. Noch dazu stört der Mond in diesem Jahr die Beobachtung nicht. Ihren Ursprung haben sie im Kometen Pons-Winnecke.

Planeten
Der sonnennächste Planet Merkur ist, wie im ersten Himmelsquartal bereits angekündigt, noch bis zum 7. April in seiner besten Abendsichtbarkeit am Westhimmel zu beobachten. Seine Helligkeit fällt allerdings innerhalb dieser kurzen Zeit im April von -0m1 Anfang des Monats auf 1m2 am 7. April. Sein scheinbarer Durchmesser wächst auf rund 8,5“.
Am 7. April ist dann auch der Oppositionstag des Gasriesen Jupiter im Sternbild Jungfrau. Bei einer Kulminationshöhe von 34° ist er im Amateurteleskop immer noch ein lohnendes Beobachtungsziel. Bei einer Helligkeit von -2m5 und mit einem Äquatordurchmesser von 44,3“ kann man bereits in einem Vierzöller diverse Wolkenbänder und den großen roten Fleck erkennen. Es fällt auch auf, dass sein Globus etwas abgeplattet ist, da sein Poldurchmesser nur 41,4“ beträgt. Spannend ist auch die Beobachtung seiner vier hellsten Monde – die galileischen Monde. Zur Zeit seiner Opposition ist er 666 Millionen Kilometer von uns entfernt. Ein Lichtstrahl benötigt dann 37 Minuten bis zu uns!

Der Ringplanet Saturn erreicht seine Opposition am 15. Juni im Sternbild Schlangenträger. Sein Ringsystem ist in diesem Jahr mit 27° maximal geöffnet! Mit -0m1 ist er in diesem Bereich des Sternhimmels ein auffälliges Objekt. Leider bewegt er sich dort in seinen fast südlichsten Gefilden seiner Bahn. Nur 18° Kulminationshöhe schafft er in unseren Breiten. Das bedeutet, dass er oft von schlechtem seeing betroffen sein wird, was die Anzahl der guten Beobachtungsmöglichkeiten einschränkt. Am besten man nimmt ihn auf den Beobachtungsplan für einen Urlaub in Südeuropa und beobachtet ihn dort mit einem kleinen Reiseteleskop, denn mit einem Äquatordurchmesser von 18,4“ und einem Ringlängsdurchmesser von 41,7“ ist er schon bei einer Vergrößerung von 100x ein tolles Urlaubsbeobachtungsobjekt! Bei einem Poldurchmesser von 16,8“ kann man auch bei ihm die starke Abplattung seines Globus erkennen.

Kometen

Bereits am 14. April wird der Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresak im Perihel seiner 5,4 jährigen Umlaufbahn stehen. Dieser Komet ist für seine Helligkeitsausbrüche bekannt und vielleicht wird er diesmal wieder die Sichtbarkeitsgrenze für das bloße Auge erreichen!? Entdeckt wurde er am 3. Mai 1858 von H.P. Tuttle in Cambridge (USA). Am 1. Juni 1907 fand der italienische Astronom Giacobini einen Kometen und erst 1928 fand Crommelin heraus, dass es sich um den gleichen Kometen von Tuttle handelte. Der slowakische Astronom Kresak fand dann am 24. April 1951 einen Kometen, dessen Bahnelemente mit dem Kometen von Tuttle und Giacobini übereinstimmten. So kam dieser interessante Komet zu seinem etwas „unhandlichen“ Namen. In Abbildung 1 kann man sehr schön seine Bahn im Monat April verfolgen.

Am 12. Juni wird dann der Komet C/2015 V2 (Johnson) sein Perihel mit 1,637 AE zur Sonne und 0,822 AE zur Erde im Sternbild Bootes erreichen. Wenn seine Entwicklung so weitergeht wie bisher, könnte er vielleicht mit einer Helligkeit von 6m0 am Himmel stehen. Also ebenso wie 41P/Tuttle-Giacobini-Kresak ein schönes Feldstecherobjekt werden! Entdeckt wurde dieser Komet am 3. November 2015 von Jess A. Johnson auf Aufnahmen des 0,68m Schmidt-Teleskops im Rahmen der Catalina Sky Survey in 6,4 AE Entfernung zur Erde. In Abbildung 2 kann man auch seine Bahn von Anfang April bis Ende Juni verfolgen.

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